Month: April 2017

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Frage des Monats: Google Translate – Freund oder Feind?

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Google Translate und andere Tools zur maschinellen Übersetzung sind ein notorisch kontrovers diskutiertes Thema in der Welt des Übersetzens.  Unbestritten ist Google Translate ein schnelles und mächtiges Tool, das Content in über hundert Sprachen zur Verfügung stellt. Alles, was man dazu braucht, ist Zugang zum Internet. Google Translate & Co sind zwar hilfreich, wenn es darum geht, die Aussage eines Textes rudimentär zu verstehen oder einen Brief an einen Brieffreund zu schicken.

Für geschäftliche Zwecke hingegen sind solche Tools nicht einmal ansatzweise eine Alternative zu einem professionellen Übersetzer. Maschinelle Übersetzungstools werden natürlich laufend weiterentwickelt, sind jedoch immer noch deutlich davon entfernt, Bedeutungsnuancen korrekt zu erfassen und fehlerfreie Übersetzungen zu produzieren. Das Wall Street Journal testete zwei kostenfreie automatische Online-Übersetzungsprogramme und kam zu folgendem Schluss: „Diese Dienste eignen sich für Reisende oder für die Übersetzung von Briefen entfernter Verwandter. Für geschäftliche Zwecke oder andere, die ein Mindestmaß an Genauigkeit erfordern, kann ich sie keinesfalls empfehlen.“

Ein weiteres heikles Thema, über das man sich vor der Verwendung von Google Gedanken machen sollte, ist die Vertraulichkeit. Wenn Sie eine Datei in Google Translate hochladen, erteilen Sie Google (und seinen Partnern) “eine weltweite Lizenz, diesen Content zu verwenden, zu hosten, zu speichern, zu reproduzieren, abzuändern, davon abgeleitete Werke zu erzeugen, zu kommunizieren, zu veröffentlichen, öffentlich aufzuführen, öffentlich zur Schau zu stellen und zu verbreiten.” Meiner Ansicht nach sollte man es sich gut überlegen, ob man die Geheimhaltung sensibler Daten wirklich aufs Spiel setzen möchte, beispielsweise Details über eine technische Eigenentwicklung, beschlagnahmte Finanzdaten oder eine geplante Unternehmensübernahme. In solchen Fällen kann eine „kostenfreie“ Übersetzung mit hohen Kosten verbunden sein.

Und noch ein letzter Punkt: Nicht einmal Google selbst nutzt Google Translate für seine eigene Geschäftskommunikation, sondern bedient sich menschlicher Übersetzer, um seine Dienste anzupreisen. Zusammenfassend ist es also empfehlenswert, Google Translate nur dazu zu nutzen, um sich einen groben Überblick über den Inhalt von Texten mit privaten Zwecken zu verschaffen. Wenn es um Wesentliches geht, sollten Sie sich an einen professionellen Übersetzer wenden.

Im nächsten Monat setzen wir die Serie fort und sehen uns an, wie Sie Ihr Übersetzungsbudget optimieren können.